Telekom nicht nach dem German Cloud Standard zertifiziert

Ist Telekom German Cloud?

 

Diese Frage stellen sich derzeit viele T-Systems-Kunden. Der Grund dafür liegt in der Marketing-Offensive, mit der die Telekom zu Beginn der diesjährigen CeBit an den Start ging und weiter ausbaut. Der Tenor suggeriert: „Telekom ist German Cloud“, wenn es beispielsweise in der aktuellen Veröffentlichung heißt : „Nachfrage nach German Cloud und deutschem Datenschutz riesig“. Doch ist bei der Telekom wirklich alles so deutsch wie behauptet?

 

Die Message im Kontext German Cloud soll offensichtlich das Geschäftsfeld der Trauhandkonstruktion  -wie sie erstmals mit Salesforce geübt wurde- weiter nach vorne treiben. Inhaltlich vermittelt die Telekom dabei den Eindruck,  als wären grundsätzlich alle Kundendaten in einer deutschen Telekom-Cloud und damit bedingungslos dem Deutschen Datenschutz unterworfen. US-Anbieter wie Salesforce oder Microsoft, die bisher ein Akzeptanzproblem bei deutschen Kunden haben versuchen wohl über diesen Weg, das Vertrauen deutscher Kunden zu erlangen. Die Telekom spielt in ihren Veröffentlichungen dazu die passende Marketing-Begleitmelodie.

Doch was sollen bestehende T-Systems-Cloudkunden darüber denken wenn sie ihre Verträge überprüfen? Steht dort wirklich, dass die Kundendaten für immer in der deutschen Telekom-Cloud bleiben? Oder steht dort möglicherweise, dass sich die T-Systems nach eigenem Ermessen vorbehält, die Kundendaten auch in andere – nicht genauer benannte Länder- umziehen kann? Was könnten dieserT-Systems-Kunden also denken? Das man großen Partnern das Exklusivrecht einräumt, ausschließlich in Deutschland gehostet zu werden zugesteht, den Mittelstandskunden aber nicht?

 

Der Zertifizierungsprozess nach dem GERMAN CLOUD Standard verlangt in seiner jährlichen Überprüfung, dass alle Kundendaten –dazu zähle auch die Backups- immer nach dem Deutschen Bundesdatenschutzgesetz behandelt werden. Dies gilt selbst dann, wenn andere EU Richtlinien dieses Gesetz irgendwann einmal aufweichen werden. Es ist also nicht so, dass jeder Cloudanbieter die geforderte Qualität mitbringt, um das wortmarkengeschütze Siegel German Cloud" zu erreichen.

Interview der Fachzeitschrift IT-DIRECTOR mit dem CEO von Arvato Systems, Matthias Möller:

 

IT-DIRECTOR: Was halten Sie von der „German Cloud“?
M. Moeller:
Sehr viel, da sie unserer Einschätzung nach das Eis für die Verbreitung von Cloud Computing in Deutschland brechen wird. Dabei geht es um Rechenzentren auf deutschem Boden und mit deutschen Betreibern, sodass sowohl Rechtssicherheit hinsichtlich Datenschutz als auch Verfügbarkeit und Datensicherheit ermöglicht wird. Auch bleibt man damit von Konstrukten wie dem Safe-Harbor-Nachfolger „EU-US Privacy Shield“ unabhängig.

Wie steht die Telekom zu German Cloud?

 

Die deutsche Telekom schreibt:

  • Open Telekom Cloud startet mit neuem Partner und neuem Kunden
  • Nachfrage nach German Cloud und deutschem Datenschutz riesig
  • Biere bei Magdeburg wird European Data Hub: massiver Ausbau bis 2018

 

und: "Drei Themen stellen die Bonner in diesem Kontext in den Mittelpunkt – und sie sind gleichzeitig die Schwerpunkte der Telekom bei ihrem CeBIT-Auftritt: Cloud, Netze und Sicherheit. So startet der Netzbetreiber zu Beginn der Messe mit der Open Telekom Cloud ein Public-Cloud-Angebot, in dem Partner ihre Lösungen anbieten können. Kunden können dort Infrastruktur, Software und Anwendungen nach Bedarf buchen. Die Nachfrage nach „German Cloud Lösungen“, Angebote nach deutschen Datenschutzrecht, sei riesig, so Reinhard Clement, Leiter der Geschäftskundensparte T-Systems."

 

Richtig ist, dass weder T-Systems noch die deutsche Telekom nach German Cloud zertifiziert sind. German Cloud ist eine geschütze Wortmarke. Nutzung innrhalb der beim Deutschen Marken- und Patentamt registrierten Nizzaklassen sind genehmingungspflichtig.

 

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